
Was kostet ein Rundballen Heu wirklich?
Vom gepachteten Hektar bis zum verkauften Ballen.
Ein Rundballen entsteht wirtschaftlich betrachtet nicht erst an der Presse. Bereits Monate vorher entstehen Kosten für Fläche, Grünlandpflege, Düngung, Maschinen, Diesel und Arbeitszeit.
Nach dem Mähen folgen Wenden, Schwaden, Pressen, Bergen, Transport und Lagerung. Gleichzeitig entscheidet das Wetter maßgeblich über Ertrag und Qualität. Unsere Beispielrechnung zeigt den gesamten Weg eines Rundballens – vom Hektar bis zum Deckungsbeitrag.
Alle Werte sind vereinfachte Beispielwerte aus betrieblicher Sicht und keine allgemeingültigen Marktpreise. Die dargestellten Berechnungen dienen ausschließlich der Veranschaulichung einer möglichen Kalkulation.
20 ha, 12 Ballen/ha, 240 Rundballen
Für die Standardrechnung verwenden wir 20 ha Fläche, 150 €/ha Pacht, 12 Rundballen/ha Ertrag und ca. 1,25 m Ballendurchmesser. 20 × 12 = 240 Rundballen/Jahr.
12 Ballen/ha sind ausschließlich ein Beispielwert. Ertrag und Ballengewicht hängen ab von Standort, Boden, Wasserverfügbarkeit, Niederschlag, Bestandsdichte, Düngung, Schnittzeitpunkt, Anzahl der Schnitte, Wetter, Pressdichte und Ballengewicht.
Die Kosten beginnen lange vor der Ernte
Pacht 150 €/ha × 20 ha = 3.000 €/Jahr. Bei 240 Ballen: 3.000 € / 240 = 12,50 € Pacht je Ballen.
Förderung verändert die Flächenrechnung
Förderungen und Direktzahlungen werden nicht mit einem festen allgemeingültigen Betrag vorbelegt. Im Rechner kann der tatsächliche Förderbetrag je Hektar eingetragen werden.
Förderung wird separat von den Produktionskosten und vom operativen Deckungsbeitrag dargestellt. Förderfähigkeit und tatsächliche Förderhöhe hängen vom jeweiligen Betrieb, der Fläche, Bewirtschaftung und den geltenden Förderbedingungen ab.
Qualität beginnt bei der Wiese
Nicht jeder Arbeitsgang muss jedes Jahr oder auf jeder Fläche stattfinden. Jede Position lässt sich im Rechner ein- und ausschalten.
Der eigene Schlepper ist nicht kostenlos
Auch eine bereits bezahlte Maschine verursacht Kosten – durch Wertverlust, Reparaturen, Wartung, Reifen, Versicherung, Unterbringung, Verschleiß, Kapitalbindung und Betriebsstoffe.
Maschinenkosten/ha = (Schlepper €/h + Fahrer €/h + Diesel l/h × Dieselpreis €/l) ÷ Flächenleistung ha/h. Hinzu kommen je Anbaugerät Gerätekosten €/h. Den so ermittelten €/ha-Wert können Sie im Rechner direkt eintragen.
Für jeden Arbeitsgang separat
Diesel kann je Arbeitsgang in l/ha oder l/Stunde angegeben werden – bei l/Stunde wird die Flächenleistung berücksichtigt. Im Rechner sind die Dieselkosten in den jeweiligen €/ha-Werten enthalten.
Material, Ausbringung, Diesel, Arbeitszeit
Standard-Beispiel: 100 €/ha Material je Gabe, 2 Gaben/Jahr, 20 ha = 4.000 €/Jahr.
Dies ist ausschließlich ein betriebswirtschaftlicher Beispielwert und keine Düngeempfehlung. Düngung hängt von Standort, Bestand, Nutzung, Bodenuntersuchung und geltenden Vorgaben ab.
Jetzt beginnt die eigentliche Heuernte
Mähen 20 €/ha je Schnitt, Schwaden 17 €/ha je Schnitt. Wenden 40 €/ha je kalkuliertem Wendegang – die Anzahl der Wendegänge ist frei wählbar und wird über das Wetterrisiko zusätzlich beeinflusst.
Rundballen, 1,25 m, 8 €/Ballen
Pressen: 240 × 8 € = 1.920 €/Jahr. Netz ist eine eigene Kostenposition – wählbar als €/Ballen direkt oder berechnet aus Rolle, Lauflänge und Verbrauch. Wer „Netz bereits in Presskosten enthalten“ wählt, wird es nicht zusätzlich berechnet.
Nach dem Pressen ist die Arbeit nicht vorbei
Schlepper, Frontlader/Teleskoplader, Ballenzange, Anhänger, Fahrer, Diesel und Arbeitszeit – berechenbar über Ballen/Stunde. Der Transport vom Feld zum Lager berücksichtigt Entfernung, Ballen/Fahrt, Be-/Entlade- und Fahrzeit.
Auch ein fertiger Ballen verursacht Kosten
Halle, Flächenbedarf, Handling, Versicherung, Kapitalbindung und mögliche Qualitätsverluste. Beispiel: 2 €/Ballen/Monat × 6 Monate = 12 €/Ballen – frei veränderbar.
Nicht 100 % der Ballen werden verkauft
Bei 240 produzierten Ballen und 5 % Verlust: 240 × 0,95 = 228 verkaufsfähige Ballen. Die entstandenen Produktionskosten bleiben bestehen – deshalb werden die Gesamtkosten auf die tatsächlich verkaufsfähigen Ballen verteilt.
Qualität macht den Preis
Zwei gleich große Rundballen können aufgrund von Pressdichte, Feuchtigkeit und Pflanzenbestand unterschiedliche Gewichte und Qualitäten besitzen.
„1,25 m Durchmesser sagt noch nichts über die Qualität aus.“
Heu wird unter freiem Himmel produziert
Regen während der Ernte kann zusätzliche Wendegänge, mehr Schlepperstunden, Diesel, Arbeitszeit und längere Feldliegezeit bedeuten – und gleichzeitig Qualität und Verkaufspreis beeinflussen. Der Rechner bietet drei Szenarien: gute, normale und schlechte Bedingungen.
Was bleibt von einem verkauften Ballen übrig?
Der Verkaufspreis ist nicht der Gewinn. Deckungsbeitrag I = VK je Ballen minus variable Kosten je Ballen. Er zeigt, was nach den unmittelbar mengenabhängigen Kosten verbleibt, um Fixkosten zu decken und ein Betriebsergebnis zu erwirtschaften.
Deckungsbeitrag I (VK minus variable Kosten) und kalkulatorisches Ergebnis (VK minus anteilige Gesamtkosten) werden getrennt ausgewiesen. Pacht und Flächenkosten sind Fix- bzw. flächenbezogene Kosten, keine variablen Kosten pro Ballen.
Ab welchem Preis verdienen wir überhaupt Geld?
Gesamtkosten/Jahr ÷ verkaufsfähige Ballen = Vollkosten je Ballen = Break-even-Verkaufspreis. Darunter liegt der VK, entsteht ein Verlust; darüber ein kalkulatorischer Überschuss – kein automatisch realisierter Gewinn.
35 € Verkaufspreis sind nicht 35 € Gewinn
Bei 240 verkaufsfähigen Ballen und 35 €/Ballen: 8.400 € Umsatz. Davon gehen Pacht, Pflege, Dünger, Diesel, Maschinen, Fahrer, Mähen, Wenden, Schwaden, Pressen, Netz, Bergen, Transport, Lagerung und Verluste ab.
„Was danach übrig bleibt, ist entscheidend.“
Der Preis eines Ballens entsteht über das ganze Jahr
Wer nur die Kosten der Rundballenpresse betrachtet, sieht lediglich den letzten Teil einer langen Produktionskette. Bereits vorher wurden Fläche gepachtet, Grünland gepflegt, gedüngt und zahlreiche Maschinenstunden geleistet.
Bei 20 ha und 12 Ballen je Hektar verteilen sich sämtliche Jahreskosten lediglich auf 240 Ballen. Sinkt der Ertrag, steigen die Stückkosten. Steigt der Ertrag bei gleicher Qualität, können sich Fix- und Flächenkosten auf mehr Ballen verteilen.
Deshalb ist nicht allein entscheidend, für welchen Preis ein Ballen verkauft wird. Entscheidend ist: Was bleibt nach den tatsächlichen Kosten übrig?
„Qualität bestimmt den Verkaufspreis – Kosten und Ertrag bestimmen, was davon übrig bleibt.“
Selbst nachrechnen
Verändern Sie Fläche, Ertrag, Pflege, Ernte, Pressen, Lagerung, Verkaufspreis und Wetter – alle Kennzahlen, der Deckungsbeitrag und die Kostenstruktur aktualisieren sich sofort.
| Faktor | −10 % | Standard | +10 % |
|---|---|---|---|
| Ertrag | 96,60 € / 4.715 € | 89,39 € / 5.244 € | 83,49 € / 5.773 € |
| Pacht | 88,07 € / 5.244 € | 89,39 € / 5.244 € | 90,70 € / 5.244 € |
| Presskosten | 88,54 € / 5.426 € | 89,39 € / 5.244 € | 90,23 € / 5.062 € |
| Lagerkosten | 88,12 € / 5.244 € | 89,39 € / 5.244 € | 90,65 € / 5.244 € |
| Verlustquote | 89,00 € / 5.267 € | 89,39 € / 5.244 € | 89,78 € / 5.221 € |
| VK/Ballen | 89,39 € / 4.446 € | 89,39 € / 5.244 € | 89,39 € / 6.042 € |
| Düngung | 87,63 € / 5.244 € | 89,39 € / 5.244 € | 91,14 € / 5.244 € |
| Wendegänge | 87,98 € / 5.244 € | 89,39 € / 5.244 € | 90,79 € / 5.244 € |
Je Zelle: Vollkosten/Ballen / Deckungsbeitrag Jahr.
Der Rechner dient ausschließlich der vereinfachten Veranschaulichung und ersetzt keine individuelle betriebswirtschaftliche Beratung. Es werden keine Eingaben gespeichert.
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Projekt anfragenDisclaimer: Die dargestellten Berechnungen dienen ausschließlich der Veranschaulichung einer möglichen betrieblichen Kalkulation. Erträge, Kosten, Förderungen, Maschinenleistungen, Ballengewichte und Verkaufspreise können je nach Betrieb, Standort, Jahr und Bewirtschaftung erheblich abweichen.
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